Fachveranstaltung Jungviehaufzucht in Altdorf vom 04. Nov. 2013

Die Organisatoren von der Landwirtschaftlichen Beratung und der Braunvieh - Züchtergruppe des Kantons Uri trafen mit ihrer Themenwahl an ihrer diesjährigen Fachveranstaltung voll ins Schwarze. Die Stühle im Restaurant Schützenhaus in Altdorf wurden bald knapp. Die Präsentation von zwei Diplomarbeiten zum Thema Jungviehaufzucht interessierte im traditionellen Aufzuchtkanton Uri.
Franziska Duss aus Escholzmatt / LU verglich in ihrer Arbeit drei sehr unterschiedliche Aufzuchtbetriebe. Die einzige Gemeinsamkeit war das durchschnittliche Erstkalbealter von 28 Monaten. Sehr grosse Unterschiede zeigten sich in der Wirtschaftlichkeit. Während der schwächste Betrieb mit einem Stundelohn von nur sechs Franken auskommen muss, verdient der Beste zehnmal mehr. Die Hauptfaktoren für diese Unterschiede sind die Arbeitsproduktivität und die Direktzahlungen Während der beste Betrieb pro Rind 450.- Fr. eigene Arbeitskosten hat, liegen diese beim Schwächsten infolge dessen Stallsystems und der viel tieferen Tierzahl bei rund 2'000.- pro Rind. Die als Lehrerin am Schluechthof arbeitende Franziska Duss betonte, dass Aufzuchtbetriebe dank dem neuen Direktzahlungssystem mit höheren Einnahmen rechnen können. Ohne Anpassungen in den nächsten Jahren würden diese aber wieder auf das heutige Niveau zurückgehen. Für einige Betriebe könne es wirtschaftlich sinnvoll sein, einzelne Parzellen zu extensivieren und bewusst ein höheres Abkalbealter in Kauf zu nehmen. Dadurch müssten aber die Monatspauschalen für die Talbetriebe angepasst werden.

Hauptfaktoren Produktivität und Direktzahlungen

Anstelle von intensitätsabhängigen Monatspauschalen brachte der Urner Diplomand der höheren Fachschule, Theo Kempf eine einheitliche Aufzuchtpauschale für alle Vertragstiere zur Diskussion. Ob ein Tier 24 Monate lang 110.- Fr. koste oder 36 Monate mal 75.- Fr. ergebe keinen Unterschied. Die Aufzucht pro Tier koste immer um die 2'600.- Fr., das habe seine Arbeit bestätigt. Mit diesem Systemwechsel würden auch die Diskussionen um die Monatspauschalen bei Tieren verschwinden, die zu spät trächtig werden. Ein wichtiger Faktor in der Urner Jungviehaufzucht sei die Alpung. Schon heute könne auf Urner Alpen sehr günstig gesömmert werden. Mit den neuen Alpungsbeiträgen könne die Wirtschaftlichkeit einer Abkalbung im Herbst gegenüber im Frühjahr trotz des höheren Abkalbealters in Zukunft besser sein. Für ganz tiefe Erstkalbealter müsse die Futtergrundlage auf dem Betrieb stimmen. Dadurch könne das Tier aber nur noch einmal gealpt werden. Wichtig sei die Qualität des Produktes. Wenn der Talbetrieb mit den Rindern zufrieden sei, sichere die Vertragsaufzucht den Absatz auch bei schwierigen Marktverhältnissen.

Interessante Alpungstarife im Kanton Uri

Wichtige Fütterungstipps konnten die Zuhörer vom Bündner Fütterungsspezialisten Urs Spescha erfahren. Das Wichtigste bei der Aufzucht sei der Start. Er zeigte auf, wie Kälber, die anstelle von zwei Litern Kolostrum die doppelte Menge bekamen, bis zur Pubertät 20 % höhere Tageszunahmen vorweisen konnten. Egal welche Aufzuchtintesität man anstrebe, die ersten sechs Lebensmonate müsse das Tier intensiv gefüttert werden, da Wachstumsverzögerungen in diesem Alter nicht mehr aufgeholt werden können.
Podiumsleiter Adi Arnold von der Landwirtschaftlichen Beratung betonte zum Abschluss, dass neue Studien und Arbeiten oft Erfahrungen von älteren Landwirten bestätigen. Dass sechs Liter Milch pro Tag einem Kalb in den ersten Lebenswochen nicht ausreiche, hätten uns unsere Väter schon lange gemahnt. Nun seien diese Aussagen auch von wissenschaftlichen Studien bestätigt worden.

 

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